Welche Zwiebeln eignen sich für Soljanka?

Gelbe Speisezwiebeln für eine klassische DDR-Soljanka

Zwiebeln gehören zu den Zutaten einer Soljanka, über die kaum gesprochen wird. Gewürzgurken, Letscho, Wurst oder Tomatenmark stehen meist im Mittelpunkt. Dabei beginnt der Geschmack einer guten Soljanka häufig bereits viel früher – nämlich dann, wenn die Zwiebeln im Topf angeschwitzt oder leicht angeröstet werden.

Doch welche Zwiebeln eignen sich dafür eigentlich am besten? Müssen es gewöhnliche gelbe Speisezwiebeln sein? Funktionieren Gemüsezwiebeln genauso gut? Und was ist mit roten Zwiebeln oder Schalotten?

Für eine Soljanka nach DDR-Art braucht es keine ausgefallene Zwiebelsorte. Die klassische gelbe Speisezwiebel ist in den meisten Fällen genau richtig. Sie besitzt ausreichend Würze, entwickelt beim Anschwitzen eine leichte Süße und harmoniert hervorragend mit Tomatenmark, Fleisch, Wurst, Letscho und Gewürzgurken.

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Kurz erklärt

Für eine klassische Soljanka eignen sich gewöhnliche gelbe Speisezwiebeln besonders gut. Sie sollten fein geschnitten und zunächst angeschwitzt beziehungsweise leicht angeröstet werden. Dadurch entsteht eine aromatische Grundlage, auf der der weitere Geschmack der Soljanka aufbauen kann.

In diesem Beitrag erfahren Sie

  • welche Zwiebelsorte sich am besten für Soljanka eignet,
  • ob Gemüsezwiebeln ebenfalls verwendet werden können,
  • warum rote Zwiebeln weniger typisch sind,
  • wie Zwiebeln richtig geschnitten werden,
  • warum das Anbraten so wichtig ist,
  • und wann Tomatenmark zu den Zwiebeln kommt.

Auf einen Blick

  • Gelbe Speisezwiebeln sind die unkomplizierte klassische Wahl.
  • Gemüsezwiebeln eignen sich ebenfalls.
  • Rote Zwiebeln sind für eine traditionelle Variante weniger typisch.
  • Zwiebeln lassen sich direkt mitkochen, entwickeln durch vorheriges Anschwitzen aber deutlich mehr Aroma.
  • Durch Anschwitzen entstehen Süße und zusätzliche Aromen.
  • Tomatenmark kann anschließend gemeinsam mit den Zwiebeln angeröstet werden.

Warum sind Zwiebeln für Soljanka so wichtig?

Zwiebeln sind weit mehr als eine zusätzliche Gemüseeinlage. Beim Erhitzen verändert sich ihr Geschmack. Die zunächst scharfe und teilweise beißende Note wird milder, während gleichzeitig eine leichte Süße und ein herzhaftes Aroma entstehen.

Gelbe Speisezwiebeln für eine klassische DDR-Soljanka
Zwiebeln bilden gemeinsam mit Tomatenmark eine wichtige aromatische Grundlage für eine kräftige Soljanka. Bild: envato.com

Damit bilden die Zwiebeln eine wichtige Grundlage für die späteren Zutaten. Besonders gut funktioniert die Verbindung mit Tomatenmark. Wird dieses nach den Zwiebeln kurz mit angeröstet, entsteht bereits im Topf eine kräftige Geschmacksbasis, bevor überhaupt Brühe hinzugegeben wird.

Dieser Arbeitsschritt wirkt unscheinbar, hat aber erheblichen Einfluss auf das Ergebnis. Werden Zwiebeln und Tomatenmark lediglich in die Flüssigkeit gegeben, fehlen genau die Röstaromen, die einer kräftigen Soljanka zusätzliche Tiefe verleihen.

Aus Erichs Küche

Die Zwiebeln kamen bei uns ganz am Anfang in den Topf. Erst wenn sie schön glasig waren und etwas Farbe bekommen hatten, ging es weiter. Das Tomatenmark kam dazu und durfte ebenfalls kurz mitrösten. Schon dabei roch die Küche nach dem Essen, obwohl die eigentliche Soljanka noch gar nicht im Topf war.

Gelbe Speisezwiebeln – die klassische Wahl

Gewöhnliche gelbe Speisezwiebeln besitzen genau die Eigenschaften, die für Soljanka gebraucht werden. Roh schmecken sie kräftig und leicht scharf. Beim Anschwitzen werden sie deutlich milder und entwickeln eine angenehme Süße.

Außerdem sind sie geschmacklich neutral genug, um die übrigen Zutaten nicht zu überdecken. Gewürzgurken, Tomatenmark, Letscho sowie Fleisch und Wurst bleiben weiterhin deutlich erkennbar.

Für eine Soljanka nach klassischer Art braucht es deshalb keine besondere Zwiebelsorte. Die einfache Küchenzwiebel erfüllt ihren Zweck hervorragend.

Gemüsezwiebeln – ebenfalls gut geeignet

Gemüsezwiebeln sind deutlich größer und schmecken meist etwas milder als gewöhnliche Speisezwiebeln. Auch sie können problemlos für Soljanka verwendet werden.

Gerade bei einem großen Topf sind sie praktisch, weil bereits eine oder zwei Gemüsezwiebeln eine ausreichende Menge ergeben können. Geschmacklich fällt die Soljanka dadurch etwas milder aus.

Unser Küchentipp

Verwenden Sie bei Gemüsezwiebeln nicht automatisch dieselbe Stückzahl wie bei normalen Speisezwiebeln. Eine große Gemüsezwiebel kann mehreren kleineren Küchenzwiebeln entsprechen. Entscheidend ist die tatsächliche Menge und nicht die Anzahl.

Welche Zwiebelsorten eignen sich für Soljanka?

ZwiebelsorteGeschmackEignung für Soljanka
Gelbe SpeisezwiebelKräftig, beim Braten leicht süßlich★★★★★
GemüsezwiebelMilder und leicht süßlich★★★★☆
Weiße ZwiebelMild bis würzig★★★★☆
Rote ZwiebelMilder und leicht süßlich★★☆☆☆
SchalotteFein und mild★★☆☆☆
FrühlingszwiebelFrisch und leicht★☆☆☆☆

Warum sind rote Zwiebeln weniger geeignet?

Rote Zwiebeln können selbstverständlich gegessen und auch gekocht werden. Für eine Soljanka nach DDR-Art bieten sie jedoch keinen wirklichen Vorteil. Ihr milder, teilweise etwas süßlicher Geschmack passt weniger gut zu der herzhaften Grundidee des Gerichts als eine gewöhnliche Speisezwiebel.

Hinzu kommt, dass die charakteristische Farbe beim längeren Kochen weitgehend verloren geht. Wer rote Zwiebeln gerade wegen ihrer Optik verwendet, gewinnt bei einer lange gekochten Suppe deshalb wenig.

Für moderne Interpretationen spricht nichts dagegen. Wer jedoch möglichst unkompliziert und klassisch kochen möchte, bleibt besser bei gelben Speisezwiebeln.

Schalotten – gut, aber unnötig

Schalotten besitzen ein feineres und milderes Aroma. In vielen Gerichten sind sie deshalb eine interessante Zutat. Bei Soljanka bringt diese Feinheit jedoch kaum einen Vorteil, weil zahlreiche kräftige Zutaten miteinander kombiniert werden.

Eine gute Soljanka braucht keine besonders edle Zwiebel. Die gewöhnliche Speisezwiebel ist preiswert, kräftig und erfüllt genau die Aufgabe, die sie erfüllen soll.

Der DDR-Bezug

Auch hier zeigt sich ein Grundprinzip der Alltagsküche: Entscheidend waren keine außergewöhnlichen Zutaten, sondern der richtige Umgang mit einfachen Lebensmitteln. Eine gewöhnliche Zwiebel konnte durch richtiges Anschwitzen wesentlich zum Geschmack eines Gerichts beitragen.

Gerade bei Soljanka ist das bis heute wichtig. Wer die Zwiebeln sorgfältig vorbereitet, schafft bereits zu Beginn eine kräftige Grundlage für die gesamte Suppe.

Wie sollten Zwiebeln für Soljanka geschnitten werden?

Nachdem die passende Zwiebelsorte ausgewählt ist, stellt sich die nächste praktische Frage: Würfel oder Streifen? Beides funktioniert. Für eine klassische Soljanka sind kleine Würfel oder feine Streifen besonders geeignet. Wichtig ist vor allem, dass die Stücke nicht zu groß bleiben.

Fein geschnittene Zwiebeln garen gleichmäßiger und verbinden sich später besser mit der Brühe. Nach längerer Kochzeit sollen sie nicht als große Zwiebelstücke auffallen, sondern Teil der aromatischen Grundlage der Soljanka sein.

Wer die Zwiebeln sehr fein würfelt, erhält eine besonders gleichmäßige Basis. Etwas gröbere Streifen bleiben dagegen stärker erkennbar. Welche Variante Sie bevorzugen, ist letztlich Geschmackssache.

Unser Küchentipp

Schneiden Sie die Zwiebeln möglichst gleichmäßig. Unterschiedlich große Stücke garen unterschiedlich schnell: Während kleine Stücke bereits dunkel werden, können größere noch fast roh sein.

Zwiebeln glasig dünsten oder anbraten?

Beides ist möglich. Für eine kräftige Soljanka empfehlen wir, die Zwiebeln zunächst glasig werden und anschließend leicht Farbe annehmen zu lassen.

Dadurch verlieren sie einen Teil ihrer rohen Schärfe und entwickeln zusätzliche Aromen.

Wie stark die Zwiebeln gebräunt werden, beeinflusst den späteren Geschmack. Glasige Zwiebeln bleiben milder, leicht gebräunte Zwiebeln bringen mehr Röstaromen mit.

Dunkelbraun oder schwarz sollten sie jedoch nicht werden. Stark verbrannte Zwiebeln können einen unangenehm bitteren Geschmack in die gesamte Grundlage bringen.

Ist genau das passiert, finden Sie weitere Hinweise unter Soljanka zu bitter: Was tun?

ZustandGeschmackFür Soljanka
RohScharf und beißendNicht ideal
GlasigMild und leicht süßlichSehr gut
Leicht gebräuntKräftiger und aromatischerSehr gut
DunkelbraunStarke RöstaromenNur bedingt
VerbranntBitterUngeeignet

Welches Fett eignet sich zum Anbraten?

Zum Anschwitzen der Zwiebeln braucht es keine besondere Zutat. Ein neutrales Pflanzenöl eignet sich gut, weil es die übrigen Aromen nicht überdeckt. Je nach Rezept kann auch anderes zum Braten geeignetes Fett verwendet werden.

Entscheidend ist weniger die genaue Fettsorte als die Temperatur. Ist der Topf zu kalt, beginnen die Zwiebeln eher zu dünsten. Ist er dagegen viel zu heiß, können sie außen verbrennen, bevor sie weich geworden sind.

Die richtige Reihenfolge

  1. Fett im Topf erhitzen.
  2. Geschnittene Zwiebeln hineingeben.
  3. Bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen.
  4. Leicht Farbe annehmen lassen.
  5. Weitere Zutaten beziehungsweise Tomatenmark ergänzen.
  6. Erst danach mit Brühe oder anderer Flüssigkeit ablöschen.

Warum Tomatenmark zu den Zwiebeln kommt

Zwiebeln und Tomatenmark bilden gemeinsam eine besonders wichtige Geschmacksbasis. Nachdem die Zwiebeln weich geworden sind, kann das Tomatenmark hinzugegeben und kurz mit angeröstet werden.

Dieser Schritt verändert das Aroma des Tomatenmarks. Die rohe, teilweise säuerliche Note tritt etwas zurück und es entstehen kräftigere Röstaromen. Gleichzeitig verbindet sich das Tomatenmark mit den Zwiebeln und dem Fett im Topf.

Allerdings darf Tomatenmark nicht verbrennen. Es genügt, es unter Rühren kurz anzurösten. Wird es sehr dunkel, kann auch hier ein bitterer Geschmack entstehen.

Welche Aufgabe Tomatenmark in der Soljanka übernimmt, wie viel davon sinnvoll ist und warum es beim Anrösten nicht verbrennen sollte, erklären wir ausführlich unter Warum gehört Tomatenmark in die Soljanka?

Aus Erichs Küche

Beim Tomatenmark musste man aufpassen. Die Zwiebeln durften ruhig ein bisschen Farbe bekommen, danach kam das Tomatenmark dazu. Dann wurde gerührt und nicht mehr weggelaufen. Ein kurzer Moment reichte – danach wurde abgelöscht.

Was kommt zuerst: Zwiebeln oder Wurst?

Beide Reihenfolgen können funktionieren.

Eine Möglichkeit besteht darin, zunächst Wurst beziehungsweise Fleisch portionsweise anzubraten und anschließend kurz aus dem Topf zu nehmen. Danach werden die Zwiebeln im vorhandenen Bratensatz angeschwitzt. So lassen sich die bereits entstandenen Röstaromen weiterverwenden.

Alternativ können zuerst die Zwiebeln angeschwitzt und anschließend Wurst beziehungsweise Fleisch hinzugegeben werden.

Wichtiger als die genaue Reihenfolge ist, den Topf nicht zu überfüllen. Liegen zu viele Zutaten gleichzeitig darin, tritt Flüssigkeit aus und die Zutaten dünsten eher, als dass sie leichte Röstaromen entwickeln.

Danach kann das Tomatenmark kurz angeröstet und schließlich mit Brühe beziehungsweise der vorgesehenen Flüssigkeit abgelöscht werden.

Wie viele Zwiebeln braucht eine Soljanka?

Eine starre Stückzahl ist wenig hilfreich, weil Zwiebeln sehr unterschiedlich groß sind und auch die übrigen Zutaten eine Rolle spielen.

Für einen normalen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen sind ungefähr ein bis zwei mittelgroße Speisezwiebeln eine gute Orientierung.

Wer eine größere Menge Soljanka kocht oder Zwiebeln besonders gern mag, kann entsprechend mehr verwenden. Bei einer großen Gemüsezwiebel kann dagegen bereits ein Exemplar ausreichen.

Entscheidend ist das Verhältnis: Die Zwiebeln sollen eine aromatische Grundlage bilden, später aber nicht den Geschmack der gesamten Soljanka dominieren.

Unser Küchentipp

Orientieren Sie sich lieber am Gewicht beziehungsweise an der tatsächlichen Größe als nur an der Stückzahl. Drei kleine Zwiebeln können weniger ergeben als eine einzige große Gemüsezwiebel.

Wann sind es zu viele Zwiebeln?

Zu viele Zwiebeln können der Soljanka eine deutlich süßliche Grundnote geben. Das fällt besonders auf, wenn sie sehr lange angeschwitzt wurden. Die typische Säure der Gewürzgurken und der herzhafte Charakter der Fleisch- und Wursteinlage treten dann stärker in den Hintergrund.

Ist das passiert, sollten Sie nicht sofort mit mehr Essig oder Gurkenlake gegensteuern. Lassen Sie die Soljanka zunächst vollständig kochen und schmecken Sie sie anschließend ab. Häufig relativiert sich die Zwiebelsüße durch die übrigen Zutaten.

Bleibt die Soljanka nach dem vollständigen Kochen deutlich zu süß, sollte nicht wahllos zusätzliche Säure verwendet werden. Dann muss zunächst geklärt werden, ob tatsächlich die Zwiebeln oder vielleicht Letscho, Gewürzgurken, Ketchup beziehungsweise Zucker die Ursache sind.

Die häufigsten Fehler bei Zwiebeln

FehlerFolgeBesser
Zwiebeln zu groß schneidenGroße Stücke bleiben deutlich spürbarFein würfeln oder in schmale Streifen schneiden
Zwiebeln ohne Anschwitzen direkt mitkochenWeniger Röstaromen und eine andere AromatikFür eine kräftigere Grundlage vorher anschwitzen
Zu hohe TemperaturZwiebeln verbrennenBei mittlerer Hitze arbeiten
Zu niedrige TemperaturZwiebeln dünsten nurTopf ausreichend vorheizen
Tomatenmark zu lange röstenBitterer Geschmack möglichNur kurz unter Rühren anrösten
Zu viele ZwiebelnSoljanka kann zu süßlich wirkenAusgewogen dosieren

Einfaches Küchenhandwerk statt besonderer Zutaten

Gerade bei Zwiebeln zeigt sich, wie wichtig die Zubereitung für den Geschmack ist. Aus einer gewöhnlichen Speisezwiebel entstehen durch Schneiden, Anschwitzen und leichtes Anrösten völlig andere Aromen als bei einer roh gekochten Zwiebel.

Für eine Soljanka nach DDR-Art braucht es deshalb keine ausgefallene Zwiebelsorte. Entscheidend ist das Küchenhandwerk: einfache Zutaten richtig behandeln und ihre Aromen sinnvoll miteinander verbinden.

Zwiebeln und die Balance der Soljanka

Zwiebeln bringen neben ihrer Würze auch eine natürliche Süße mit. Diese ist für Soljanka durchaus erwünscht, weil sie einen Gegenpol zur Säure der Gewürzgurken und der Gurkenlake bildet. Genau diese Balance ist ein wichtiger Bestandteil des typischen Geschmacks.

Die Lösung besteht deshalb weder darin, möglichst viele Zwiebeln zu verwenden, noch sie vollständig wegzulassen. Richtig angeschwitzt und vernünftig dosiert bleiben sie geschmacklich im Hintergrund – und genau dort erfüllen sie ihre wichtigste Aufgabe.

Kann man Soljanka auch ohne Zwiebeln kochen?

Ja, grundsätzlich lässt sich eine Soljanka auch ohne Zwiebeln zubereiten. Wer Zwiebeln nicht verträgt oder ihren Geschmack nicht mag, muss deshalb nicht auf das Gericht verzichten. Geschmacklich fehlt dann allerdings ein Teil der aromatischen Grundlage.

Zwiebeln bringen beim Anschwitzen Würze, eine leichte Süße und zusätzliche Röstaromen mit. Gerade zusammen mit Tomatenmark entsteht daraus die kräftige Basis, auf der viele weitere Aromen der Soljanka aufbauen.

Wer Zwiebeln weglässt, sollte deshalb nicht versuchen, ihren Geschmack durch große Mengen anderer Gewürze zu ersetzen. Eine passende Brühe, gut angeröstetes Tomatenmark, Letscho und die übrigen Zutaten können trotzdem für eine ausgewogene Soljanka sorgen.

Welche Brühe zur jeweiligen Einlage passt, erklären wir unter Welche Brühe eignet sich für Soljanka?

Kurz beantwortet: Welche Zwiebeln gehören in Soljanka?

Für eine klassische Soljanka eignen sich gewöhnliche gelbe Speisezwiebeln besonders gut. Sie besitzen ausreichend Würze und entwickeln beim Anschwitzen eine leichte Süße. Gemüsezwiebeln sind ebenfalls geeignet, während rote Zwiebeln, Schalotten oder Frühlingszwiebeln für eine Soljanka nach DDR-Art keinen besonderen Vorteil bieten.

Kann man die Zwiebeln vorbereiten?

Wer eine größere Menge Soljanka kocht, kann die Zwiebeln bereits vor der eigentlichen Zubereitung schälen und schneiden. Gerade bei einem großen Topf für eine Feier spart das später Zeit.

Frisch geschnittene Zwiebeln sollten anschließend abgedeckt und kühl aufbewahrt werden. Noch besser ist es jedoch, sie möglichst zeitnah zu verarbeiten. Bereits angeschwitzte Zwiebeln können ebenfalls vorbereitet und später als Grundlage für die Soljanka verwendet werden, sofern sie nach dem Abkühlen sachgerecht gekühlt wurden.

Unser Küchentipp für große Mengen

Wenn Sie Soljanka für viele Personen vorbereiten, schneiden Sie alle Zwiebeln zunächst vollständig. Anschließend können sie portionsweise angeschwitzt werden. Eine überfüllte Pfanne oder ein zu voller Topf führt dazu, dass die Zwiebeln eher im eigenen Saft dünsten, statt leichte Röstaromen zu entwickeln.

Müssen Zwiebeln in einer Soljanka noch sichtbar sein?

Nein. Die Zwiebeln müssen später nicht als deutlich erkennbare Einlage im Teller liegen. Gerade fein geschnittene Zwiebeln werden während der Zubereitung weich und verbinden sich mit Tomatenmark, Letscho und Brühe.

Das ist durchaus erwünscht. Ihre wichtigste Aufgabe besteht nicht darin, für Biss zu sorgen. Sie sollen der Soljanka vielmehr eine aromatische Grundlage geben.

Wer größere Zwiebelstücke bevorzugt, kann sie natürlich gröber schneiden. Für den klassischen Charakter empfehlen sich jedoch eher feine Würfel oder schmale Streifen.

Warum schmecken angebratene Zwiebeln anders?

Beim Erhitzen verändern sich die Aromastoffe der Zwiebel. Die rohe Schärfe nimmt ab und der Geschmack wird milder. Gleichzeitig können bei ausreichend hoher Temperatur Röstnoten entstehen.

Deshalb macht es geschmacklich einen Unterschied, ob die Zwiebeln einfach in der Brühe gekocht oder vorher angeschwitzt werden. Für eine kräftige Soljanka lohnt sich dieser zusätzliche Arbeitsschritt.

Aus Erichs Küche

Bei einfachen Gerichten sind es oft die kleinen Arbeitsschritte, die am Ende den Unterschied machen. Zwiebeln waren nichts Besonderes und standen in fast jeder Küche zur Verfügung. Aber ob man sie einfach in den Topf warf oder vorher ordentlich anschwitzte, konnte man später durchaus schmecken.

Zwiebeln, Tomatenmark und Letscho – drei unterschiedliche Aufgaben

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Zwiebeln neben Tomatenmark und Letscho kaum noch auffallen. Tatsächlich übernehmen diese Zutaten jedoch unterschiedliche Aufgaben.

ZutatAufgabe in der Soljanka
ZwiebelnWürzige Grundlage und leichte Süße
TomatenmarkKräftiger Tomatengeschmack, Farbe und Tiefe
LetschoPaprika-, Tomaten- und Gemüsearomen
GewürzgurkenSäure, Würze und Frische

Gerade das Zusammenspiel dieser Zutaten sorgt dafür, dass die Soljanka weder ausschließlich sauer noch ausschließlich tomatig schmeckt. Die Zwiebeln wirken dabei eher im Hintergrund, sind für die Balance aber trotzdem wichtig.

Zwiebeln in der DDR-Alltagsküche

Zwiebeln gehörten zu den grundlegenden Zutaten vieler herzhafter Gerichte. Sie waren vielseitig einsetzbar und konnten mit einfachen Mitteln viel Geschmack erzeugen. Auch bei Soljanka passte diese Eigenschaft hervorragend zum Charakter des Gerichts.

Statt außergewöhnlicher Zutaten war vor allem entscheidend, aus den vorhandenen Lebensmitteln möglichst viel Geschmack herauszuholen. Das Anschwitzen der Zwiebeln und das anschließende Anrösten des Tomatenmarks sind dafür gute Beispiele.

Häufig gestellte Fragen zu Zwiebeln in Soljanka

Welche Zwiebeln eignen sich am besten für Soljanka?

Gewöhnliche gelbe Speisezwiebeln sind die beste unkomplizierte Wahl. Sie besitzen eine kräftige Würze und entwickeln beim Anschwitzen eine angenehme leichte Süße.

Kann ich Gemüsezwiebeln verwenden?

Ja. Gemüsezwiebeln eignen sich ebenfalls sehr gut. Sie sind meist etwas milder und deutlich größer. Deshalb sollte die benötigte Menge nicht allein nach der Anzahl der Zwiebeln bestimmt werden.

Kann man rote Zwiebeln für Soljanka verwenden?

Grundsätzlich ja. Für eine klassische Soljanka nach DDR-Art sind sie jedoch nicht notwendig. Gelbe Speisezwiebeln passen geschmacklich besser zum herzhaften Grundcharakter und sind deshalb die naheliegendere Wahl.

Wie viele Zwiebeln braucht man für Soljanka?

Für einen normalen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen sind ungefähr ein bis zwei mittelgroße Speisezwiebeln eine gute Orientierung. Bei sehr kleinen Zwiebeln kann entsprechend mehr, bei einer großen Gemüsezwiebel weniger nötig sein.

Sollte man Zwiebeln für Soljanka würfeln oder in Streifen schneiden?

Beides funktioniert. Kleine Würfel verbinden sich besonders gut mit der Grundlage der Suppe. Feine Streifen bleiben etwas stärker erkennbar. Wichtig ist vor allem, die Zwiebeln nicht zu grob zu schneiden.

Müssen die Zwiebeln vorher angebraten werden?

Es ist empfehlenswert. Durch das Anschwitzen verlieren die Zwiebeln ihre rohe Schärfe und entwickeln zusätzliche Aromen. Werden sie anschließend leicht gebräunt, entstehen außerdem feine Röstaromen.

Wie lange sollte man Zwiebeln anbraten?

Eine exakte Zeit lässt sich schwer angeben, weil Temperatur, Topf und Zwiebelmenge unterschiedlich sind. Orientieren Sie sich deshalb am Aussehen: Die Zwiebeln sollten weich und glasig sein und dürfen anschließend etwas Farbe bekommen.

Wann kommt das Tomatenmark dazu?

Das Tomatenmark kann hinzugegeben werden, wenn die Zwiebeln weich sind und leicht Farbe angenommen haben. Anschließend wird es kurz unter Rühren angeröstet und danach mit Flüssigkeit abgelöscht.

Warum darf Tomatenmark nicht verbrennen?

Zu stark geröstetes Tomatenmark kann bitter schmecken. Deshalb sollte es nur kurz angeröstet und währenddessen ständig bewegt werden.

Kann man Soljanka ohne Zwiebeln kochen?

Ja. Zwiebeln sind zwar eine wertvolle geschmackliche Grundlage, die Soljanka gelingt grundsätzlich aber auch ohne sie. Die übrigen Zutaten müssen dann besonders ausgewogen zusammengestellt werden.

Kann ich Zwiebelpulver statt frischer Zwiebeln verwenden?

Für eine klassische Soljanka würde ich frische Zwiebeln bevorzugen. Zwiebelpulver liefert zwar Würze, kann aber die beim Anschwitzen entstehenden Aromen und die leichte natürliche Süße frischer Zwiebeln nicht vollständig ersetzen.

Warum schmeckt meine Soljanka süßlich?

Eine mögliche Ursache sind sehr viele beziehungsweise stark gebräunte Zwiebeln. Häufig entsteht ein zu süßer Gesamteindruck jedoch erst durch das Zusammenspiel mehrerer Zutaten – beispielsweise Zwiebeln, süßes Letscho, süß eingelegte Gewürzgurken, Ketchup oder zusätzlich verwendeten Zucker.

Ist die Süße bereits deutlich störend, finden Sie die ausführlichen Rettungsmöglichkeiten unter Soljanka zu süß: Was tun?

Was mache ich mit verbrannten Zwiebeln?

Sind die Zwiebeln deutlich verbrannt und schmecken bitter, sollten Sie darauf möglichst nicht die gesamte Soljanka aufbauen. Stark verbrannte Aromen lassen sich später nur schwer korrigieren. Im Zweifel ist es besser, die Grundlage neu anzusetzen. Ist die Soljanka bereits fertig und schmeckt dadurch bitter, lesen Sie bei uns die Antwort.

Kann man tiefgekühlte Zwiebeln für Soljanka verwenden?

Grundsätzlich ja. Tiefgekühlte beziehungsweise zuvor selbst eingefrorene Zwiebeln können nach dem Auftauen weicher sein und beim Anbraten mehr Flüssigkeit abgeben. Dadurch lassen sich Röstaromen etwas schwieriger erzeugen.

Für die Soljanka sind sie trotzdem verwendbar. Wichtig ist, den Topf nicht zu überfüllen und überschüssige Flüssigkeit zunächst verdampfen zu lassen.

Kurz zusammengefasst

  • Gelbe Speisezwiebeln eignen sich besonders gut.
  • Gemüsezwiebeln sind eine gute Alternative.
  • Feine Würfel oder schmale Streifen sind ideal.
  • Zwiebeln zunächst glasig anschwitzen.
  • Eine leichte Bräunung sorgt für zusätzliche Röstaromen.
  • Tomatenmark anschließend kurz mitrösten.
  • Zwiebeln und Tomatenmark dürfen nicht verbrennen.
  • Zwiebeln sollen die Soljanka geschmacklich unterstützen und nicht dominieren.

Fazit: Die einfache Speisezwiebel ist die beste Wahl

Für eine gute Soljanka braucht es keine außergewöhnliche Zwiebelsorte. Die gewöhnliche gelbe Speisezwiebel bringt alles mit, was benötigt wird: Würze, eine leichte natürliche Süße und die Fähigkeit, beim Anschwitzen kräftige Aromen zu entwickeln.

Fast wichtiger als die Sorte ist deshalb die Zubereitung. Werden die Zwiebeln fein geschnitten, langsam angeschwitzt und anschließend leicht angeröstet, entsteht eine kräftige Grundlage. Kommt danach das Tomatenmark hinzu, entwickelt sich bereits vor dem Aufgießen der Brühe ein wichtiger Teil des späteren Geschmacks.

Gerade darin steckt ein Stück klassischer Küchenpraxis: Nicht möglichst ausgefallene Zutaten machen die Soljanka gut, sondern der richtige Umgang mit einfachen Lebensmitteln. Und eine ganz gewöhnliche Zwiebel kann dabei wesentlich mehr zum Geschmack beitragen, als man zunächst vermuten würde.

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