Welches Fleisch eignet sich für Soljanka?

Welches Fleisch eignet sich für eine klassische DDR-Soljanka?

Jagdwurst, Kasseler, Schweinefleisch oder vielleicht sogar Rindfleisch: Wer Soljanka kochen möchte, steht schnell vor der Frage, welches Fleisch eigentlich in den Topf gehört. Eine einzige richtige Antwort gibt es darauf nicht. Gerade die Soljanka, wie sie viele Menschen aus der DDR kennen, lebte von unterschiedlichen Rezepten und davon, was in der jeweiligen Küche vorhanden war.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Fleischsorte gleich gut geeignet ist. Eine klassische Soljanka braucht eine herzhafte Einlage, die mit der kräftigen Brühe, Tomatenmark, Letscho und Gewürzgurken harmoniert. Besonders gut eignen sich deshalb Fleischsorten mit einem deutlichen Eigengeschmack.

Interessant ist außerdem die Kombination aus Fleisch und Wurst. Gerade sie sorgt dafür, dass die Soljanka nicht einfach wie eine gewöhnliche Fleischsuppe schmeckt. Unterschiedliche Einlagen geben Fett, Röstaromen, Salz und Würze an die Brühe ab und machen den Geschmack vielschichtiger.

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Kurz erklärt

Für Soljanka eignen sich vor allem gegartes Schweinefleisch und Kasseler. Auch Rindfleisch kann verwendet werden. Besonders typisch ist die Kombination von Fleisch mit verschiedenen Wurstsorten. Ein verbindliches Fleisch für jede DDR-Soljanka gab es jedoch nicht.

In diesem Beitrag erfahren Sie

  • welche Fleischsorten sich für Soljanka eignen,
  • warum Schweinefleisch besonders gut passt,
  • welche Rolle Kasseler spielen kann,
  • ob auch Rind oder Geflügel geeignet sind,
  • warum Fleisch und Wurst häufig kombiniert werden,
  • und worauf Sie beim Anbraten achten sollten.

Auf einen Blick

  • Schweinefleisch eignet sich sehr gut.
  • Kasseler bringt zusätzlich eine kräftige, leicht rauchige Würze.
  • Rindfleisch ist möglich, schmeckt jedoch anders.
  • Geflügel ergibt eine deutlich leichtere Variante.
  • Fleisch und Wurst lassen sich hervorragend kombinieren.
  • Bereits gegartes Fleisch eignet sich besonders gut zur Resteverwertung.

Gab es in der DDR das eine richtige Fleisch für Soljanka?

Nein. Genau hier liegt einer der häufigsten Irrtümer rund um das Gericht. Es gab nicht die eine Fleischsorte, die zwingend in jede Soljanka gehörte. Je nach Haushalt, Gaststätte und vorhandenen Zutaten konnten sich die Einlagen deutlich unterscheiden.

Das passt zum Charakter der Soljanka. Sie war ein Gericht, das sich hervorragend dazu eignete, unterschiedliche Fleisch- und Wurstwaren gemeinsam zu verarbeiten. Trotzdem sollte man sie nicht einfach als beliebigen „Reste-Eintopf“ verstehen. Entscheidend war, dass die Zutaten geschmacklich miteinander harmonierten.

Wer heute eine Soljanka nach DDR-Art kochen möchte, muss deshalb nicht nach einer einzigen historisch richtigen Fleischsorte suchen. Sinnvoller ist es, Fleisch auszuwählen, das eine Brühe unterstützt und mit der säuerlich-würzigen Note der Gewürzgurken harmoniert.

Aus Erichs Küche

Bei uns wurde nicht extra ein besonders edles Stück Fleisch nur für die Soljanka gekauft. War vom Vortag noch etwas Braten oder gegartes Fleisch vorhanden, konnte genau das in den Topf kommen. Dazu kamen verschiedene Wurstsorten. Entscheidend war am Ende, dass die Mischung schmeckte.

Schweinefleisch – der unkomplizierte Klassiker

Schweinefleisch eignet sich besonders gut für Soljanka, weil sein kräftiger Geschmack mit den übrigen Zutaten harmoniert. Vor allem bereits gegartes Fleisch lässt sich hervorragend verwenden. Reste eines Schweinebratens können beispielsweise in Streifen oder kleine Würfel geschnitten und später zur Suppe gegeben werden.

Welches Fleisch eignet sich für eine klassische DDR-Soljanka?
Schweinefleisch, Kasseler und verschiedene Wurstsorten können gemeinsam für den kräftigen Geschmack einer Soljanka sorgen. Bild: envato.com

Das Fleisch muss dabei nicht den gesamten Geschmack bestimmen. Es bildet vielmehr gemeinsam mit den Wurstsorten die herzhafte Grundlage der Einlage.

Welche Stücke vom Schwein eignen sich?

Besonders praktisch sind Stücke, die bereits gegart wurden und trotzdem saftig geblieben sind. Sehr trockenes Fleisch kann beim erneuten Erhitzen schnell faserig werden. Deshalb sollte vorhandenes Fleisch möglichst erst später in die Soljanka gegeben und lediglich gründlich erhitzt werden.

Unser Küchentipp

Verwenden Sie bereits gegartes Fleisch, muss es nicht noch einmal lange kochen. Geben Sie es erst später zur Soljanka. So bleibt es saftiger und zerfällt nicht unnötig.

Kasseler bringt eine besondere Würze

Kasseler ist für Soljanka besonders interessant, weil es bereits gepökelt und häufig geräuchert ist. Dadurch bringt es deutlich mehr Eigengeschmack mit als neutrales Schweinefleisch. Schon eine vergleichsweise kleine Menge kann deshalb die gesamte Suppe kräftiger erscheinen lassen.

Genau hier ist jedoch Zurückhaltung gefragt. Kasseler enthält bereits Salz. Kommen zusätzlich salzige Wurst, Gewürzgurken, Gurkenlake und eine stark gesalzene Brühe hinzu, kann die Soljanka schnell zu salzig werden. Deshalb sollte erst ganz am Ende endgültig abgeschmeckt werden.

Bei einer sehr salzigen Einlage kann eine milde beziehungsweise ungesalzene Brühe sinnvoll sein. Mehr dazu erklären wir unter Welche Brühe eignet sich für Soljanka?

Fleischsorten im Vergleich

FleischGeschmackEignung
SchweinefleischHerzhaft und kräftig★★★★★
KasselerKräftig, salzig und leicht rauchig★★★★★
RindfleischKräftiger Eigengeschmack★★★★☆
GeflügelMild und leicht★★★☆☆
Sehr mageres FleischZurückhaltend★★★☆☆

Warum die Mischung häufig besser schmeckt

Eine Soljanka mit nur einer einzigen Einlage kann durchaus gut schmecken. Ihren besonders herzhaften Charakter erhält sie jedoch häufig durch die Kombination unterschiedlicher Fleisch- und Wurstsorten. Ein Stück Kasseler bringt beispielsweise eine andere Würze mit als Jagdwurst oder gegartes Schweinefleisch.

Dadurch entstehen mehrere Geschmacksebenen. Genau deshalb lohnt es sich, nicht einfach möglichst viel Fleisch zu verwenden, sondern zwei oder drei passende Einlagen miteinander zu kombinieren.

Der DDR-Bezug

Gerade die flexible Verwendung vorhandener Zutaten gehört zur Erinnerung vieler Menschen an Soljanka. Fleischreste konnten sinnvoll weiterverwendet und mit Wurst, Gemüse und einer Brühe zu einer neuen Mahlzeit verarbeitet werden. Das machte die Soljanka praktisch, wandelbar und zugleich unverwechselbar.

Welche weiteren Fleischsorten eignen sich für Soljanka?

Schweinefleisch und Kasseler passen hervorragend zu einer kräftigen Soljanka. Trotzdem müssen Sie sich darauf nicht beschränken. Auch Rindfleisch oder Geflügel können verwendet werden. Allerdings verändert jede Fleischsorte den Charakter der Suppe. Wer möglichst nah an dem herzhaften Geschmack bleiben möchte, den viele mit einer DDR-Soljanka verbinden, sollte deshalb nicht nur auf die Fleischsorte, sondern vor allem auf die Kombination der Einlagen achten.

Rindfleisch – kräftig, aber etwas anders

Rindfleisch besitzt einen ausgeprägten Eigengeschmack und kann einer Soljanka eine besonders kräftige Grundlage geben. Gut geeignet ist bereits gekochtes oder geschmortes Rindfleisch, das in kleine Stücke oder feine Streifen geschnitten wird.

Im Vergleich zu Schweinefleisch wirkt eine Soljanka mit einem hohen Rindfleischanteil jedoch etwas anders. Deshalb bietet es sich an, Rindfleisch nicht unbedingt als einzige Einlage zu verwenden, sondern mit passenden Wurstsorten zu kombinieren.

Besonders praktisch sind Reste eines Rinderbratens oder von gekochtem Rindfleisch. Sie müssen lediglich gründlich erhitzt werden und können deshalb relativ spät in den Topf kommen.

Unser Küchentipp

Schneiden Sie Fleisch und Wurst nicht in zu große Stücke. Kleine Würfel oder feine Streifen lassen sich besser löffeln und sorgen dafür, dass auf einem Löffel mehrere Zutaten zusammenkommen. Genau das macht eine abwechslungsreiche Soljanka aus.

Geflügel – möglich, aber deutlich milder

Auch Hähnchen- oder Putenfleisch lässt sich grundsätzlich für Soljanka verwenden. Eine solche Variante schmeckt jedoch meist leichter und weniger kräftig. Geflügel besitzt deutlich weniger Eigengeschmack als Kasseler oder geräucherte Wurst.

Wer Geflügel verwenden möchte, sollte deshalb besonders auf eine geschmacklich passende Brühe und ausreichend aromatische weitere Einlagen achten. Eine Kombination mit etwas würziger Wurst kann verhindern, dass die Soljanka insgesamt zu mild wirkt.

Für eine Soljanka, die möglichst an den kräftigen Geschmack vieler DDR-Varianten erinnern soll, wäre Geflügel für mich deshalb eher eine Alternative als die erste Wahl.

Muss das Fleisch roh oder bereits gegart sein?

Beides ist grundsätzlich möglich. Für die klassische Küchenpraxis ist bereits gegartes Fleisch allerdings besonders praktisch. Gerade wenn noch Braten vom Vortag vorhanden ist, lässt sich dieser hervorragend weiterverwenden.

Rohes Fleisch muss dagegen vollständig durchgegart werden. Wird es verwendet, sollte es zunächst angebraten und anschließend ausreichend lange in der Brühe garen. Bereits gegartes Fleisch braucht diese lange Kochzeit nicht.

AusgangsproduktVerarbeitungZeitpunkt
Rohes SchweinefleischAnbraten und vollständig garenFrüh
Gegarter SchweinebratenIn Streifen oder Würfel schneidenSpäter
Kasseler, bereits gegartKlein schneidenSpäter
Gekochtes RindfleischKlein schneidenSpäter
Gegartes GeflügelIn mundgerechte Stücke schneidenSpäter

Sollte das Fleisch vorher angebraten werden?

Bei rohem Fleisch lohnt sich das Anbraten. Durch die Hitze entstehen Röstaromen, die später auch der Brühe zugutekommen. Dabei sollte das Fleisch portionsweise in den Topf gegeben werden. Liegt zu viel Fleisch gleichzeitig darin, tritt Flüssigkeit aus und die Stücke beginnen eher zu dünsten als zu braten.

Bereits gegarte Fleischreste müssen dagegen nicht noch einmal kräftig angebraten werden. Gerade magerer Braten kann dadurch trocken werden. Hier genügt es normalerweise, das Fleisch später in der fertigen Soljanka langsam zu erhitzen.

Aus Erichs Küche

Soljanka war bei uns auch deshalb praktisch, weil vom Sonntagsbraten nichts verloren gehen musste. Was noch übrig war, wurde klein geschnitten und konnte am nächsten Tag in der Suppe landen. Dazu ein paar verschiedene Wurststücke – und aus den Resten entstand wieder ein richtiges Essen.

Wie viel Fleisch gehört in eine Soljanka?

Mehr Fleisch bedeutet nicht automatisch eine bessere Soljanka. Wird der Topf mit Einlage überladen, bleibt kaum noch Platz für die Brühe, die Gewürzgurken und die übrigen Zutaten. Das Ergebnis erinnert dann eher an einen Fleischeintopf.

Die bessere Orientierung ist deshalb das Verhältnis. Fleisch und Wurst sollten deutlich vorhanden sein, aber noch von ausreichend kräftiger Brühe umgeben werden. Auch Gurken, Zwiebeln, Letscho und Tomatenmark müssen geschmacklich zur Geltung kommen.

Für einen normalen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen kann man sich insgesamt an ungefähr 400 bis 500 Gramm Fleisch und Wurst orientieren. Dabei muss nicht die gesamte Menge aus Fleisch bestehen. Werden beispielsweise Schweinebraten, Kasseler und Jagdwurst kombiniert, verteilt sich die Gesamtmenge auf diese Einlagen.

Die genaue Menge hängt davon ab, wie viel Gemüse und Flüssigkeit verwendet werden und wie einlagenreich die Soljanka werden soll. Die Mengenangabe ist deshalb eine Orientierung und keine feste Regel.

Die bessere Mischung

Statt eine sehr große Menge einer einzigen Fleischsorte zu verwenden, kann eine Kombination aus zwei oder drei unterschiedlichen Einlagen interessanter schmecken. Beispielsweise lassen sich gegartes Schweinefleisch, etwas Kasseler und Jagdwurst miteinander kombinieren.

Fleisch und Wurst gemeinsam verwenden

Genau diese Kombination gehört für viele zum Charakter einer Soljanka. Fleisch sorgt für Biss und einen kräftigen Grundgeschmack, während verschiedene Wurstsorten zusätzliche Würze, Fett und teilweise auch Raucharomen in die Suppe bringen.

Dabei müssen nicht fünf oder sechs verschiedene Sorten im Topf landen. Zwei oder drei gut ausgewählte Einlagen reichen vollkommen aus. Eine einfache Kombination könnte beispielsweise aus Schweinebraten, Kasseler und Jagdwurst bestehen.

Welche Wurstsorten sich besonders gut eignen, behandeln wir bewusst in unserem eigenen Beitrag Welche Wurst für Soljanka? Die besten Sorten. So bleiben Fleisch und Wurst als zwei unterschiedliche Fragen klar voneinander getrennt.

Warum Fleischreste besonders gut passen

Soljanka eignet sich hervorragend dafür, bereits gegartes Fleisch weiterzuverwenden. Das hat nicht nur praktische Vorteile. Ein Braten, der bereits gewürzt und gegart wurde, bringt zusätzliche Aromen mit und benötigt nur noch wenig Zeit im Topf.

Wichtig ist allerdings, die Reste vorher zu prüfen. Nur einwandfrei gelagertes und noch gutes Fleisch gehört in die Suppe. Soljanka ist eine Möglichkeit zur sinnvollen Resteverwertung – aber selbstverständlich keine Möglichkeit, verdorbene Lebensmittel noch zu verwenden.

Resteverwertung und DDR-Küche

Lebensmittel möglichst vollständig zu nutzen, war in vielen Haushalten selbstverständlich. Übrig gebliebenes Fleisch musste deshalb nicht automatisch entsorgt werden. Eine kräftige Suppe wie Soljanka bot eine Möglichkeit, verschiedene vorhandene Zutaten zu einer neuen Mahlzeit zusammenzuführen.

Gerade deshalb konnte die Soljanka von Familie zu Familie unterschiedlich aussehen. Der eine Topf enthielt mehr Braten, der andere mehr Wurst. Diese Wandelbarkeit gehört bis heute zum Charakter des Gerichts.

Welche Kombination passt zu welchem Geschmack?

Gewünschter GeschmackMögliche Kombination
Klassisch herzhaftSchweinefleisch + Jagdwurst
KräftigerSchweinefleisch + Kasseler + Jagdwurst
Besonders fleischigSchweinefleisch + Rindfleisch + Wurst
Etwas leichterGeflügel + milde Wurst
ResteverwertungVorhandenes gegartes Fleisch + passende Wurstreste

Vorsicht bei sehr salzigen Fleischsorten

Kasseler, gepökeltes Fleisch und viele Wurstsorten bringen bereits eine erhebliche Würze mit. Dazu kommen Brühe und Gewürzgurken. Deshalb sollte Salz bei einer solchen Kombination besonders vorsichtig verwendet werden.

Kochen Sie zunächst alle Zutaten gemeinsam und probieren Sie erst gegen Ende. Häufig ist zusätzliches Salz gar nicht mehr notwendig.

Ist die Soljanka bereits deutlich zu salzig geworden, finden Sie die ausführlichen Rettungsmöglichkeiten unter Soljanka zu salzig: Was tun?

Unser Küchentipp

Je mehr gepökelte oder kräftig gewürzte Fleisch- und Wurstwaren Sie verwenden, desto später sollten Sie salzen. Erst wenn alle Einlagen ihren Geschmack an die Brühe abgegeben haben, lässt sich die tatsächliche Würze zuverlässig beurteilen.

Was passt weniger gut?

Sehr stark marinierte Fleischstücke können den typischen Geschmack der Soljanka überdecken. Das gilt besonders für Fleisch mit intensiven Grillmarinaden, ausgeprägten Kräutermischungen oder sehr süßen Würzungen.

Auch extrem mageres und trockenes Fleisch ist nicht ideal. Es bringt wenig Geschmack mit und kann beim erneuten Erhitzen noch trockener werden.

Die beste Wahl ist deshalb meist erstaunlich unkompliziert: herzhaftes Fleisch ohne dominante Fremdaromen, kombiniert mit einer oder zwei passenden Wurstsorten.

So gelingt die Fleischauswahl für Soljanka

Die Frage nach dem richtigen Fleisch lässt sich am Ende erstaunlich einfach beantworten: Verwenden Sie keine möglichst große Auswahl, sondern einige Zutaten, die geschmacklich gut zusammenpassen. Gegartes Schweinefleisch, etwas Kasseler und eine passende Wurstsorte können bereits vollkommen ausreichen.

Wichtig ist außerdem, die Fleischsorten entsprechend ihrer Beschaffenheit zu behandeln. Rohes Fleisch braucht ausreichend Garzeit, bereits gegarte Fleischreste dagegen nur genügend Zeit zum Erwärmen. Gerade bei Bratenresten verhindert eine kurze Kochzeit, dass das Fleisch trocken und faserig wird.

Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

  • Schweinefleisch eignet sich besonders gut für Soljanka.
  • Kasseler bringt eine kräftige und leicht rauchige Note mit.
  • Rindfleisch ist ebenfalls möglich.
  • Geflügel ergibt eine mildere Variante.
  • Bereits gegartes Fleisch erst später in den Topf geben.
  • Fleisch und Wurst dürfen miteinander kombiniert werden.
  • Bei gepökelten Zutaten besonders vorsichtig salzen.

Die häufigsten Fehler bei Fleisch für Soljanka

Obwohl Soljanka bei der Auswahl ihrer Einlagen ausgesprochen flexibel ist, können einige Fehler den Geschmack und die Konsistenz deutlich beeinträchtigen. Besonders häufig wird zu viel Fleisch verwendet. Dadurch geht der eigentliche Suppencharakter verloren.

FehlerFolgeBesser
Zu viel FleischSoljanka wird zum FleischeintopfAusgewogenes Verhältnis zwischen Einlage, Flüssigkeit und übrigen Zutaten einhalten
Gegartes Fleisch zu lange kochenWird trocken oder zerfälltErst später hinzufügen
Sehr salzige EinlagenSoljanka wird zu salzigErst am Ende abschmecken
Zu viele FleischsortenGeschmack wirkt unruhigWenige passende Sorten kombinieren
Stark mariniertes FleischFremde Aromen dominierenNeutral oder klassisch gewürztes Fleisch verwenden
Sehr mageres FleischKann trocken wirkenSaftige Fleischstücke bevorzugen

Unser Küchentipp

Stellen Sie sich bei der Auswahl nicht die Frage: „Was kann alles hinein?“, sondern: „Welche zwei oder drei Einlagen ergänzen sich?“ Eine überschaubare Kombination schmeckt häufig harmonischer als ein Topf mit möglichst vielen verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten.

Muss eine Soljanka überhaupt Fleisch enthalten?

Nein. Soljanka existiert in unterschiedlichen Varianten und muss nicht grundsätzlich mit Fleisch zubereitet werden. Für die klassische Fleisch- beziehungsweise Wurstsoljanka, wie sie viele aus der DDR kennen, sind herzhafte Fleisch- und Wursteinlagen jedoch charakteristisch.

Daneben gibt es beispielsweise Fischsoljanka und heute auch vegetarische Interpretationen. Diese Varianten sollten als eigenständige Rezepte betrachtet werden, weil sich nicht nur die Einlage, sondern häufig auch Brühe und Würzung verändern.

Was war früher wichtiger: Fleisch oder Wurst?

Auch darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Zusammensetzung hing vom jeweiligen Rezept und den verfügbaren Zutaten ab. Gerade die Kombination verschiedener Einlagen war ein Grund dafür, dass Soljanka so unterschiedlich schmecken konnte.

In einem Haushalt konnten Bratenreste die Grundlage bilden, während andernorts verschiedene Wurstsorten stärker im Mittelpunkt standen. Deshalb wäre es falsch, eine bestimmte Kombination nachträglich zum einzig richtigen DDR-Rezept zu erklären.

Warum Soljanka so gut zur DDR-Alltagsküche passte

Soljanka ließ sich an vorhandene Zutaten anpassen. Genau das machte sie für die Alltagsküche interessant. Übrig gebliebenes gegartes Fleisch konnte gemeinsam mit Wurst, Zwiebeln, Gewürzgurken, Tomatenmark und weiteren Zutaten zu einem neuen Gericht verarbeitet werden.

Dabei entstand nicht einfach eine beliebige Restesuppe. Eine gute Soljanka brauchte auch damals ein ausgewogenes Verhältnis zwischen herzhafter Einlage, kräftiger Brühe, Tomate und Säure. Die vorhandenen Zutaten bestimmten die Variante – das geschmackliche Grundprinzip blieb erhalten.

Aus Erichs Küche

Genau diese Freiheit gehört für mich zur Soljanka. Wenn vom Vortag noch ein Stück Braten vorhanden war, musste dafür kein neues Rezept gesucht werden. Das Fleisch konnte klein geschnitten werden und bekam in der Soljanka eine neue Aufgabe. Dazu kamen die anderen Zutaten – und am Ende stand wieder ein vollständiges Essen auf dem Tisch.

Häufig gestellte Fragen zu Fleisch für Soljanka

Welches Fleisch eignet sich am besten für Soljanka?

Besonders gut eignet sich Schweinefleisch. Auch Kasseler ist wegen seines kräftigen Geschmacks eine gute Wahl. Rindfleisch kann ebenfalls verwendet werden. Entscheidend ist weniger eine einzelne Fleischsorte als eine harmonische Kombination mit den übrigen Zutaten.

Kann ich Schweinebraten vom Vortag verwenden?

Ja. Gegarter Schweinebraten eignet sich hervorragend. Schneiden Sie ihn in kleine Würfel oder Streifen und geben Sie ihn erst später zur Soljanka, damit das Fleisch beim erneuten Erhitzen nicht unnötig trocken wird.

Kann Kasseler in Soljanka?

Ja. Kasseler bringt eine kräftige, leicht rauchige Würze mit und harmoniert gut mit den säuerlichen und tomatigen Bestandteilen der Soljanka. Da Kasseler bereits salzig ist, sollten Sie zusätzliches Salz sehr vorsichtig verwenden.

Kann man Rindfleisch für Soljanka verwenden?

Ja. Gekochtes oder geschmortes Rindfleisch lässt sich gut verarbeiten. Es besitzt einen kräftigen Eigengeschmack und kann mit Wurst oder Schweinefleisch kombiniert werden.

Kann Hähnchenfleisch in die Soljanka?

Grundsätzlich ja. Geflügel ergibt allerdings eine deutlich mildere Soljanka. Wer einen kräftigen Geschmack bevorzugt, sollte auf eine aromatische Brühe und passende weitere Einlagen achten.

Muss das Fleisch vorher angebraten werden?

Rohes Fleisch kann vor dem Ablöschen angebraten werden, damit Röstaromen entstehen. Bereits gegartes Fleisch muss dagegen nicht erneut kräftig angebraten werden und kann später in die Suppe gegeben werden.

Kann man Fleischreste für Soljanka verwenden?

Ja. Soljanka eignet sich sehr gut zur Verwendung einwandfrei gelagerter Fleischreste. Gegarter Braten vom Vortag ist ein typisches Beispiel. Das Fleisch sollte selbstverständlich noch frisch und sicher verzehrbar sein.

Welche Fleisch- und Wurstkombination eignet sich?

Eine unkomplizierte Kombination besteht beispielsweise aus gegartem Schweinefleisch, etwas Kasseler und Jagdwurst. Es müssen jedoch nicht zwingend drei Einlagen sein. Auch zwei gut passende Sorten können vollkommen ausreichen.

Wie groß sollte ich das Fleisch schneiden?

Kleine Würfel oder schmale Streifen sind besonders praktisch. Die Stücke sollten bequem auf einen Suppenlöffel passen. Sehr große Fleischstücke erschweren das Essen und passen weniger gut zum Charakter der Suppe.

Ist Soljanka wirklich nur ein Restegericht?

Diese Bezeichnung greift zu kurz. Zwar eignete sich Soljanka hervorragend zur Resteverwertung, doch daraus folgt nicht, dass wahllos sämtliche vorhandenen Lebensmittel in den Topf kamen. Auch bei der Verwendung von Resten musste die Zusammenstellung geschmacklich funktionieren.

Kann ich nur Wurst und gar kein Fleisch verwenden?

Ja. Zahlreiche Soljanka-Varianten werden hauptsächlich oder vollständig mit Wurst zubereitet.

Kurz beantwortet: Welches Fleisch gehört in Soljanka?

Eine einzige vorgeschriebene Fleischsorte gibt es nicht. Besonders gut eignen sich Schweinefleisch und Kasseler, aber auch Rindfleisch ist möglich. Typisch ist die Kombination mit Wurst. Bereits gegartes Fleisch vom Vortag kann ebenfalls verwendet werden und sollte erst gegen Ende der Kochzeit in die Soljanka kommen.

Fazit: Das beste Fleisch ist nicht unbedingt das teuerste

Für eine gute Soljanka brauchen Sie kein besonders edles Fleisch. Viel wichtiger sind Geschmack, Saftigkeit und die richtige Kombination. Schweinefleisch eignet sich hervorragend, Kasseler bringt zusätzliche Würze und Rindfleisch bietet eine kräftige Alternative. Geflügel ist möglich, führt aber zu einem milderen Ergebnis.

Gerade die Verwendung bereits gegarter Fleischreste passt zum praktischen Charakter der Soljanka. Was noch gut war, konnte weiterverwendet und gemeinsam mit anderen Zutaten zu einer neuen Mahlzeit verarbeitet werden.

Wer eine Soljanka nach DDR-Art kochen möchte, sollte deshalb nicht nach der einen vermeintlich vorgeschriebenen Fleischsorte suchen. Die Stärke dieses Gerichts liegt gerade in seiner Wandelbarkeit. Entscheidend ist, dass Fleisch, Wurst, Brühe, Tomatenmark, Letscho und Gewürzgurken am Ende ein harmonisches Ganzes ergeben.

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Ein Schraubglas Soljanka des thüringischen Herstellers EWU. Bild: Ossiladen.de

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