Warum gehört Tomatenmark in die Soljanka?

Tomatenmark wird mit Zwiebeln für eine klassische DDR-Soljanka angeröstet

Nicht nur für die rote Färbung notwendig

Tomatenmark gehört zu jenen Zutaten einer Soljanka, die auf den ersten Blick fast selbstverständlich wirken. Ein Löffel kommt zu den Zwiebeln, wird kurz angeröstet und anschließend mit Brühe abgelöscht. Doch gerade dieser unscheinbare Arbeitsschritt hat großen Einfluss auf den späteren Geschmack.

Denn Tomatenmark sorgt nicht einfach nur dafür, dass die Soljanka rot wird. Es bringt konzentrierten Tomatengeschmack, leichte Süße, Säure und vor allem geschmackliche Tiefe in den Topf. Wird es richtig verarbeitet, entstehen zusätzlich kräftige Röstaromen, die hervorragend mit Fleisch, Wurst, Letscho und Gewürzgurken harmonieren.

Genau deshalb lohnt es sich, Tomatenmark nicht einfach direkt in die fertige Brühe zu rühren. Der entscheidende Unterschied entsteht bereits beim Anrösten. Aus einer zunächst recht säuerlich und konzentriert schmeckenden Paste wird innerhalb kurzer Zeit eine aromatische Grundlage für die gesamte Soljanka.

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Kurz erklärt

Tomatenmark bringt Farbe, konzentrierten Tomatengeschmack und zusätzliche Tiefe in die Soljanka. Besonders aromatisch wird es, wenn es nach den Zwiebeln kurz angeröstet und erst anschließend mit Brühe abgelöscht wird. Dabei darf es jedoch nicht verbrennen, weil es sonst bitter schmecken kann.

In diesem Beitrag erfahren Sie

  • warum Tomatenmark in vielen Soljanka-Rezepten verwendet wird,
  • welche Aufgabe es im Geschmack übernimmt,
  • warum Tomatenmark angeröstet werden sollte,
  • wie viel Tomatenmark sinnvoll ist,
  • welcher Unterschied zu Letscho und passierten Tomaten besteht,
  • welche Fehler beim Anrösten schnell zu einem bitteren Geschmack führen.

Auf einen Blick

  • Tomatenmark sorgt für kräftige Farbe und Geschmack.
  • Es ist wesentlich konzentrierter als gewöhnliche Tomaten.
  • Kurzes Anrösten verstärkt die herzhaften Aromen.
  • Zu viel Tomatenmark kann die Soljanka zu dominant tomatig machen.
  • Verbranntes Tomatenmark schmeckt bitter.
  • Letscho und Tomatenmark erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Welche Aufgabe hat Tomatenmark in der Soljanka?

Eine gute Soljanka lebt von Gegensätzen. Die Brühe ist herzhaft, die Gewürzgurken bringen Säure, Zwiebeln eine leichte natürliche Süße und Fleisch oder Wurst sorgen für kräftige Würze. Tomatenmark verbindet viele dieser Aromen miteinander.

Durch seine hohe Konzentration reichen bereits vergleichsweise kleine Mengen aus, um der Brühe eine deutlich tomatige Grundlage zu geben. Gleichzeitig sorgt es für die typische rötliche bis dunkelrote Farbe, die viele Menschen mit einer Soljanka verbinden.

Doch Farbe allein wäre kein guter Grund, Tomatenmark zu verwenden. Viel wichtiger ist die geschmackliche Tiefe. Durch das kurze Anrösten verändert sich das Aroma deutlich. Die rohe Säure tritt etwas zurück und es entstehen kräftigere, leicht süßliche Röstaromen.

Aus Erichs Küche

Tomatenmark kam bei uns nicht einfach irgendwann in den Topf. Erst wurden die Zwiebeln angeschwitzt, danach kam das Tomatenmark dazu. Dann musste man ein bisschen aufpassen und rühren. Es sollte Farbe und Aroma bekommen, aber auf keinen Fall schwarz werden. Danach wurde abgelöscht – und genau da entstand schon dieser typische kräftige Duft.

Warum sollte Tomatenmark angeröstet werden?

Tomatenmark kann selbstverständlich auch direkt in eine Flüssigkeit eingerührt werden. Geschmacklich verschenkt man damit allerdings einen Teil seines Potenzials. Beim kurzen Kontakt mit heißem Fett und dem Topfboden entstehen zusätzliche Röstaromen.

Tomatenmark wird mit Zwiebeln für eine klassische DDR-Soljanka angeröstet
Kurz angeröstetes Tomatenmark sorgt in der Soljanka für Farbe, kräftigen Geschmack und zusätzliche Tiefe. Bild: envato.com

Besonders gut funktioniert das in Verbindung mit vorher angeschwitzten Zwiebeln. Diese haben bereits eine leichte Süße entwickelt. Wird anschließend das Tomatenmark hinzugegeben, verbinden sich beide Zutaten zu einer kräftigen aromatischen Grundlage.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Tomatenmark minutenlang dunkel geröstet werden sollte. Zwischen angenehm angeröstet und verbrannt liegt nur ein kleiner Zeitraum. Deshalb sollte in diesem Moment regelmäßig gerührt werden.

Unser Küchentipp

Geben Sie das Tomatenmark zu den bereits angeschwitzten Zwiebeln und rösten Sie es unter Rühren kurz mit. Sobald sich das Aroma deutlich entwickelt hat und das Tomatenmark leicht angeröstet ist, kann abgelöscht werden. Wird es schwarz oder setzt stark am Topfboden an, war die Hitze zu hoch beziehungsweise die Röstzeit zu lang.

Was passiert, wenn Tomatenmark verbrennt?

Dann entsteht genau das Gegenteil des gewünschten Effekts. Statt kräftiger Röstaromen entwickelt sich eine unangenehme Bitterkeit. Da das Tomatenmark anschließend mit der gesamten Brühe vermischt wird, kann sich dieser Geschmack im kompletten Topf verteilen.

Ist nur eine sehr kleine Stelle am Topfboden zu dunkel geworden, sollte sie beim Ablöschen möglichst nicht kräftig abgekratzt werden. Ist das Tomatenmark dagegen vollständig verbrannt und riecht bereits deutlich bitter, ist es meist besser, die Grundlage neu anzusetzen.

Genau dieser Fehler gehört zu den möglichen Ursachen einer zu bitteren Soljanka.

Wie verändert Tomatenmark den Geschmack?

EigenschaftOhne TomatenmarkMit Tomatenmark
FarbeHellerKräftiger rot bis dunkelrot
TomatengeschmackJe nach Letscho eher mildDeutlich intensiver
RöstaromenGeringerDurch Anrösten kräftiger
KonsistenzEtwas leichterLeicht kräftiger gebunden
GeschmackstiefeAbhängig von den übrigen ZutatenKräftiger und voller

Tomatenmark und Letscho – braucht man wirklich beides?

Diese Frage ist besonders interessant, weil in vielen DDR-Soljanka-Rezepten Letscho eine wichtige Rolle spielt. Letscho enthält schließlich bereits Tomaten und Paprika. Trotzdem sind Letscho und Tomatenmark nicht dasselbe.

Tomatenmark ist stark konzentriert. Bereits eine kleine Menge bringt intensiven Tomatengeschmack und kann beim Anrösten kräftige Röstaromen entwickeln. Letscho ist dagegen eine Gemüsezubereitung mit Paprika und Tomate und bringt zusätzlich Flüssigkeit, Gemüse und eine eigene Würzung in den Topf.

Beide Zutaten ergänzen sich deshalb sehr gut. Tomatenmark sorgt für die konzentrierte geschmackliche Grundlage, während Letscho den Gemüsecharakter erweitert.

EigenschaftTomatenmarkLetscho
KonzentrationSehr hochDeutlich geringer
TomatengeschmackIntensivMit Paprika und Gemüse verbunden
FlüssigkeitSehr wenigDeutlich mehr
AnröstenSehr gut geeignetNicht notwendig
AufgabeGeschmackstiefe, Farbe und RöstaromenGemüse, Paprika und tomatige Grundlage

Tomatenmark und Letscho in der DDR-Soljanka

Gerade die Verbindung aus einfachen, kräftigen Zutaten prägt viele Erinnerungen an Soljanka aus der DDR. Tomatenmark und Letscho konnten dabei nebeneinander verwendet werden, weil sie unterschiedliche Aufgaben erfüllten. Das Tomatenmark brachte konzentrierten Geschmack und Farbe, während Letscho Paprika und Gemüse ergänzte.

Wie bei vielen anderen Zutaten gab es auch hier kein einziges verbindliches Familienrezept. Entscheidend war, dass am Ende eine kräftige, säuerlich-würzige und ausgewogene Suppe entstand.

Kann man Soljanka nur mit Tomatenmark kochen?

Grundsätzlich ja. Eine Soljanka muss nicht zwingend Letscho enthalten. Wird ausschließlich Tomatenmark verwendet, fehlt allerdings die zusätzliche Paprika- und Gemüsekomponente, die Letscho in entsprechende Varianten einbringt.

Umgekehrt ersetzt Letscho nicht automatisch das Tomatenmark. Gerade wenn eine kräftige, dunklere Grundlage gewünscht ist, bringt kurz angeröstetes Tomatenmark eine geschmackliche Tiefe, die Letscho allein nur schwer erreicht.

Die einfache Regel

Tomatenmark ist für die konzentrierte Grundlage zuständig. Letscho bringt Gemüse, Paprika und zusätzliche Tomate. Beide können gemeinsam verwendet werden, ohne sich gegenseitig überflüssig zu machen.

Einfach, zweifach oder dreifach konzentriert – welches Tomatenmark eignet sich?

Tomatenmark wird in unterschiedlichen Konzentrationsstufen angeboten. Auf der Verpackung stehen häufig Bezeichnungen wie einfach, zweifach oder dreifach konzentriert. Dahinter verbirgt sich vor allem der unterschiedliche Wasseranteil. Je stärker konzentriert das Tomatenmark ist, desto intensiver fällt auch sein Geschmack aus.

Für Soljanka eignen sich grundsätzlich alle Varianten. Besonders praktisch ist zweifach konzentriertes Tomatenmark, weil es kräftig schmeckt, sich aber trotzdem noch gut dosieren lässt. Dreifach konzentriertes Tomatenmark ist intensiver und sollte deshalb etwas sparsamer verwendet werden.

Kurz erklärt

Zweifach konzentriertes Tomatenmark ist für Soljanka besonders unkompliziert. Wer dreifach konzentriertes Tomatenmark verwendet, sollte mit einer etwas kleineren Menge beginnen und erst nach dem Abschmecken nachlegen.

Wie viel Tomatenmark braucht eine Soljanka?

Eine pauschale Grammzahl ist wenig sinnvoll, weil die Menge immer von der Größe des Topfes und den übrigen Zutaten abhängt. Auch Letscho beeinflusst, wie viel zusätzliche Tomatenbasis überhaupt nötig ist.

Für einen normalen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen kann man beispielsweise mit ungefähr zwei Esslöffeln Tomatenmark beginnen. Entscheidend ist jedoch, wie konzentriert das verwendete Produkt ist, wie viel Letscho verwendet wird und wie tomatig die Soljanka insgesamt werden soll.

Wer bereits eine größere Menge Letscho verwendet, braucht häufig weniger Tomatenmark. Wer dagegen ohne Letscho kocht, kann etwas mehr benötigen.

Unser Küchentipp

Beginnen Sie lieber mit etwas weniger Tomatenmark. Nachlegen ist jederzeit möglich. Eine übermäßig tomatige Soljanka lässt sich dagegen nur schwer wieder in Balance bringen.

Tomatenmark richtig anrösten – Schritt für Schritt

Der entscheidende Arbeitsschritt ist das kurze Anrösten. Genau hier entstehen die kräftigen Aromen, die später die gesamte Soljanka prägen.

  1. Zwiebeln im Topf glasig anschwitzen und leicht Farbe nehmen lassen.
  2. Tomatenmark zugeben.
  3. Bei mittlerer Hitze ständig rühren.
  4. Nur kurz anrösten, bis es kräftiger duftet und leicht dunkler wird.
  5. Mit Brühe oder einer anderen vorgesehenen Flüssigkeit ablöschen.
  6. Den Topfboden dabei lösen, solange nichts verbrannt ist.

Das Tomatenmark sollte dabei nicht schwarz werden. Sobald es deutlich verbrannt riecht, ist der richtige Zeitpunkt überschritten.

Aus Erichs Küche

Beim Tomatenmark durfte man nicht nebenbei etwas anderes machen. Sobald es im Topf war, musste gerührt werden. Erst wenn es schön kräftig roch, kam die Brühe dazu. Genau diese paar Minuten machten später im Geschmack einen großen Unterschied.

Warum verändert Anrösten den Geschmack?

Tomatenmark ist sehr konzentriert und bringt von Natur aus Säure sowie eine leichte Süße mit. Durch das kurze Erhitzen verändert sich die Wahrnehmung dieser Aromen. Die rohe Säure tritt etwas in den Hintergrund und die herzhaften, leicht süßlichen Noten werden deutlicher.

Das macht Tomatenmark besonders wertvoll für eine kräftige Suppe wie Soljanka. Es wirkt nicht nur wie ein Farbstoff, sondern als echte Geschmacksbasis.

Wann kommt Tomatenmark in die Soljanka?

Tomatenmark gehört möglichst früh in den Kochprozess – allerdings nicht direkt in die Brühe. Ideal ist der Zeitpunkt nach dem Anschwitzen von Zwiebeln und gegebenenfalls nach dem Anbraten von Fleisch oder Wurst.

So kann das Tomatenmark kurz mit dem Bratensatz reagieren und zusätzliche Röstaromen aufnehmen.

ZeitpunktErgebnis
Direkt in kalte BrüheTomatig, aber wenig Röstaroma
Nach den Zwiebeln angeröstetKräftig und aromatisch
Sehr spät hinzugefügtGeschmack kann etwas roh wirken
Zu lange geröstetBitterer Geschmack möglich

Was passiert, wenn zu viel Tomatenmark verwendet wird?

Dann verschiebt sich die Balance der Soljanka. Die Suppe kann deutlich zu tomatig, zu süßlich oder auch zu dick wirken. Gleichzeitig treten Gewürzgurken, Fleisch, Wurst und Brühe stärker in den Hintergrund.

Ist nur etwas zu viel Tomatenmark enthalten, kann eine vorsichtige Erweiterung der übrigen Grundmenge helfen. Welche Flüssigkeit dafür geeignet ist, hängt davon ab, wie salzig, sauer und kräftig die Soljanka bereits schmeckt. Bei einer sehr salzigen Suppe wäre zusätzliche normal gesalzene Brühe beispielsweise nicht die beste erste Wahl.

Bei einer deutlich zu großen Menge Tomatenmark kann es sinnvoller sein, die gesamte Basis mit passenden Zutaten zu erweitern und anschließend vollständig neu abzuschmecken.

Typische Anzeichen für zu viel Tomatenmark

  • Die Soljanka schmeckt wie Tomatensuppe.
  • Die Säure wirkt ungewöhnlich stark.
  • Die Brühe wird sehr dick.
  • Letscho und Gewürzgurken treten geschmacklich zurück.
  • Der rote Farbton wirkt ungewöhnlich dunkel und dominant.

Tomatenmark bei großen Mengen Soljanka

Wer Soljanka für 10 oder 20 Personen kocht, sollte Tomatenmark nicht einfach blind proportional hochrechnen. Bei großen Töpfen entwickelt sich der Geschmack während des längeren Kochens intensiver und Flüssigkeit verdunstet stärker.

Deshalb empfiehlt es sich auch hier, zunächst etwas zurückhaltender zu arbeiten. Nach dem ersten Kochabschnitt kann erneut abgeschmeckt und bei Bedarf ergänzt werden.

Unser Küchentipp für große Töpfe

Rösten Sie Tomatenmark bei sehr großen Mengen lieber portionsweise mit Zwiebeln und Bratensatz an, statt eine riesige Menge auf einmal in den Topf zu geben. So lässt es sich gleichmäßiger verarbeiten und verbrennt weniger schnell.

Kann Tomatenmark eine fade Soljanka retten?

Ja, wenn der Suppe geschmackliche Tiefe fehlt. In diesem Fall kann ein kleiner Löffel zusätzlich angeröstetes Tomatenmark helfen. Es sollte jedoch nicht einfach direkt eingerührt werden.

Braten Sie es separat kurz an und geben Sie es anschließend zur Soljanka. Danach einige Minuten ziehen lassen und erneut probieren.

Fehlt der Soljanka hingegen Säure, Würze oder insgesamt eine aromatische Grundlage, löst zusätzliches Tomatenmark das Problem nur teilweise. Dann lohnt sich ein Blick auf unseren Beitrag Soljanka schmeckt fad: Was tun?

Die häufigsten Fehler beim Umgang mit Tomatenmark

FehlerFolgeBesser
Tomatenmark direkt in die BrüheWeniger RöstaromenVorher kurz anrösten
Zu hohe HitzeTomatenmark verbrenntMittlere Hitze verwenden
Zu lange röstenBitterer GeschmackNur kurz unter Rühren rösten
Zu große MengeSoljanka schmeckt zu tomatigSchrittweise dosieren
Letscho nicht berücksichtigenZu viel TomatenbasisGesamtgeschmack betrachten
Spät nachwürzen ohne AnröstenRoher TomatengeschmackSeparat anrösten

Warum Tomatenmark so gut in die DDR-Küche passte

Tomatenmark war praktisch, konzentriert und vielseitig einsetzbar. Bereits kleine Mengen konnten einem Gericht deutlich mehr Farbe und Geschmack geben. Genau diese Eigenschaft passte hervorragend zu Suppen und Schmorgerichten.

In einer Soljanka konnte Tomatenmark gemeinsam mit Zwiebeln, Letscho und Brühe eine kräftige Grundlage bilden, ohne dass große Mengen frischer Tomaten notwendig waren. Gerade deshalb findet man es bis heute in vielen Rezepten nach DDR-Art.

Kann man Tomatenmark in der Soljanka ersetzen?

Grundsätzlich lässt sich eine Soljanka auch ohne Tomatenmark kochen. Allerdings sollte man berücksichtigen, welche Aufgabe anschließend fehlt. Tomatenmark liefert nicht nur Tomatengeschmack, sondern vor allem Konzentration, Farbe und – wenn es angeröstet wird – zusätzliche Röstaromen.

Andere Tomatenprodukte können einen Teil dieser Aufgaben übernehmen, sind aber nicht automatisch ein gleichwertiger Ersatz. Passierte Tomaten enthalten beispielsweise wesentlich mehr Flüssigkeit. Letscho bringt zusätzlich Paprika und Gemüse mit. Ketchup wiederum enthält je nach Produkt Zucker, Essig und weitere Gewürze.

Wer eine Soljanka nach DDR-Art mit kräftiger Grundlage kochen möchte, ist deshalb mit gewöhnlichem Tomatenmark meist am besten beraten.

Passierte Tomaten statt Tomatenmark?

Passierte Tomaten können verwendet werden, wenn kein Tomatenmark vorhanden ist. Das Ergebnis verändert sich jedoch. Passierte Tomaten enthalten deutlich mehr Wasser und sind weniger konzentriert. Um dieselbe Intensität zu erreichen, müsste entsprechend mehr davon verwendet werden.

Dadurch steigt gleichzeitig die Flüssigkeitsmenge im Topf. Die Soljanka kann stärker in Richtung einer Tomatensuppe gehen, wenn die übrigen Zutaten nicht entsprechend angepasst werden.

Für eine klassische kräftige Grundlage würde ich deshalb Tomatenmark bevorzugen und passierte Tomaten höchstens bewusst als Bestandteil einer eigenen Variante einsetzen.

Unser Küchentipp

Fehlt Tomatenmark, versuchen Sie nicht, mehrere Esslöffel einfach durch dieselbe Menge passierter Tomaten zu ersetzen. Beide Produkte besitzen eine völlig unterschiedliche Konzentration. Arbeiten Sie lieber nach Geschmack und berücksichtigen Sie die zusätzliche Flüssigkeit.

Kann man Ketchup für Soljanka verwenden?

Ketchup ist kein idealer Ersatz für Tomatenmark. Er enthält neben Tomaten normalerweise weitere Zutaten wie Zucker, Essig, Salz und Gewürze. Dadurch bringt er nicht nur Tomatengeschmack, sondern verändert gleichzeitig Süße, Säure und Würzung der gesamten Soljanka.

Eine kleine Menge kann in individuellen Familienrezepten durchaus vorkommen. Wer jedoch gezielt eine kräftige tomatige Grundlage aufbauen möchte, kann Tomatenmark wesentlich besser kontrollieren.

Besonders bei einer Soljanka, die bereits Letscho und Gewürzgurken enthält, kann zusätzlicher Ketchup schnell zu viel Süße oder Säure in den Topf bringen.

Kann man frische Tomaten statt Tomatenmark nehmen?

Auch frische Tomaten sind kein direkter Ersatz. Sie enthalten viel Wasser und besitzen einen wesentlich weniger konzentrierten Geschmack. Außerdem hängt ihr Aroma stark von Sorte und Reife ab.

Frische Tomaten können selbstverständlich Bestandteil einer eigenen Soljanka-Variante sein. Wer jedoch genau den Effekt von angeröstetem Tomatenmark erreichen möchte, bekommt mit frischen Tomaten ein anderes Ergebnis.

ProduktKonzentrationAls Ersatz für Tomatenmark
TomatenmarkSehr hochIdeal
Passierte TomatenDeutlich geringerNur bedingt
Frische TomatenGeringNur bedingt
LetschoAndere ZusammensetzungKein direkter Ersatz
KetchupGewürzt und häufig gesüßtEher nicht

Kann man Tomatenmark nachträglich hinzufügen?

Ja. Stellt sich beim Abschmecken heraus, dass der Soljanka Tomatengeschmack und Tiefe fehlen, kann Tomatenmark auch später ergänzt werden. Idealerweise wird es jedoch nicht einfach direkt aus der Tube oder dem Glas in die fertige Suppe gerührt.

Besser ist es, eine kleine Menge separat in etwas Fett kurz anzurösten. Anschließend kann etwas Flüssigkeit aus der Soljanka hinzugegeben und alles glattgerührt werden. Diese Mischung kommt danach zurück in den Topf.

Die Soljanka sollte anschließend noch einige Minuten köcheln beziehungsweise ziehen, damit sich die Aromen verbinden können.

Wenn die Soljanka bereits fertig ist

  1. Etwas Tomatenmark separat kurz anrösten.
  2. Eine kleine Menge Brühe aus der Soljanka dazugeben.
  3. Glattrühren.
  4. Die Mischung zurück in den Topf geben.
  5. Einige Minuten weiterziehen lassen.
  6. Erst danach erneut abschmecken.

Was tun, wenn die Soljanka nach Tomatenmark schmeckt?

Ein deutlich roher Geschmack nach Tomatenmark kann entstehen, wenn eine größere Menge erst spät hinzugegeben und nicht ausreichend gegart wurde. In diesem Fall hilft häufig zusätzliche Kochzeit bei niedriger bis mittlerer Temperatur.

Schmeckt die Soljanka dagegen insgesamt zu stark nach Tomate, ist wahrscheinlich schlicht zu viel Tomatenmark verwendet worden. Schmeckt die Soljanka dagegen insgesamt zu stark nach Tomate, ist wahrscheinlich schlicht zu viel Tomatenmark verwendet worden. Dann kann eine vorsichtige Erweiterung der übrigen Grundmenge helfen, das Verhältnis wieder auszugleichen.

Wichtig ist, anschließend nicht sofort mehrere weitere Zutaten gleichzeitig zu verändern. Geben Sie der Soljanka nach jeder Korrektur etwas Zeit und probieren Sie erneut.

Was tun, wenn Tomatenmark die Soljanka zu sauer macht?

Tomatenmark bringt selbst Säure mit. In einer Soljanka trifft diese auf weitere säuerliche Zutaten, insbesondere Gewürzgurken und möglicherweise Gurkenlake. Werden alle Komponenten sehr großzügig eingesetzt, kann die Balance kippen.

Deshalb sollte die Säure nicht ausschließlich über eine einzelne Zutat beurteilt werden. Gerade Gurkenlake sollte schrittweise dosiert werden. Ist die fertige Suppe bereits deutlich zu sauer, finden Sie die verschiedenen Möglichkeiten zur Korrektur in unserem Beitrag Soljanka zu sauer: Was tun?

Tomatenmark: unscheinbar, aber wirkungsvoll

Tomatenmark passt gut zu einer Küche, in der aus vergleichsweise einfachen Zutaten ein kräftiges Gericht entstehen sollte. Es benötigt wenig Platz, lässt sich gut dosieren und bringt bereits in kleinen Mengen intensiven Geschmack in einen großen Topf.

Für die Soljanka ist dabei besonders die Verbindung mit Zwiebeln interessant. Aus zwei alltäglichen Zutaten entsteht durch richtiges Anschwitzen und Anrösten eine Grundlage, auf der später Wurst oder Fleisch, Letscho, Gewürzgurken, Brühe und Gewürze aufbauen können.

Gerade solche Arbeitsschritte zeigen, warum der Geschmack eines Gerichts nicht allein von seiner Zutatenliste abhängt. Die Zubereitung entscheidet mit.

Häufig gestellte Fragen zu Tomatenmark in Soljanka

Gehört Tomatenmark in eine Soljanka?

Tomatenmark wird in vielen Soljanka-Rezepten verwendet und eignet sich hervorragend für eine kräftige tomatige Grundlage. Es sorgt für Farbe, Geschmack und kann durch kurzes Anrösten zusätzliche Röstaromen entwickeln. Eine Soljanka kann grundsätzlich aber auch ohne Tomatenmark zubereitet werden.

Warum wird Tomatenmark für Soljanka angeröstet?

Durch das kurze Anrösten verändert sich das Aroma. Der Geschmack wird kräftiger und die rohe, konzentrierte Tomatennote tritt etwas zurück. Zusammen mit angeschwitzten Zwiebeln entsteht eine besonders aromatische Grundlage.

Wie lange sollte man Tomatenmark anrösten?

Entscheidend ist weniger eine feste Zeit als das Ergebnis. Das Tomatenmark sollte unter ständigem Rühren kurz erhitzt werden, bis es kräftig duftet und etwas dunkler wird. Es darf dabei nicht schwarz werden oder verbrannt riechen.

Wie viel Tomatenmark braucht man für Soljanka?

Für einen normalen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen können ungefähr zwei Esslöffel als Ausgangspunkt dienen. Die tatsächlich benötigte Menge hängt von der Konzentration des Tomatenmarks sowie von Letscho und den übrigen Zutaten ab.

Welches Tomatenmark eignet sich am besten?

Zweifach konzentriertes Tomatenmark ist eine unkomplizierte Wahl. Dreifach konzentriertes Tomatenmark eignet sich ebenfalls, sollte aufgrund seines intensiveren Geschmacks aber etwas vorsichtiger dosiert werden.

Wann kommt Tomatenmark in die Soljanka?

Idealerweise relativ früh. Nachdem Zwiebeln angeschwitzt und gegebenenfalls Fleisch oder Wurst angebraten wurden, wird das Tomatenmark kurz angeröstet. Erst danach wird mit Brühe abgelöscht.

Kann man Tomatenmark direkt in die Brühe geben?

Ja, grundsätzlich funktioniert das. Allerdings entstehen dann nicht dieselben Röstaromen wie beim vorherigen Anrösten.

Braucht man Tomatenmark, wenn Letscho verwendet wird?

Nicht zwingend, beide Zutaten erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Tomatenmark ist stark konzentriert und eignet sich besonders zum Anrösten. Letscho bringt dagegen Paprika, Tomate, Gemüse und zusätzliche Flüssigkeit in die Soljanka.

Kann Letscho Tomatenmark ersetzen?

Nicht vollständig. Letscho kann für Tomaten- und Gemüsegeschmack sorgen, besitzt aber nicht dieselbe Konzentration wie Tomatenmark. Auch die beim Anrösten entstehenden Aromen unterscheiden sich.

Kann man Ketchup statt Tomatenmark verwenden?

Ketchup ist kein gleichwertiger Ersatz, weil er meist Zucker, Essig, Salz und weitere Gewürze enthält. Dadurch verändert er gleichzeitig mehrere Geschmackskomponenten der Soljanka.

Kann ich passierte Tomaten verwenden?

Ja, allerdings enthalten passierte Tomaten deutlich mehr Flüssigkeit und sind weniger konzentriert. Die Mengen lassen sich deshalb nicht einfach eins zu eins austauschen.

Warum wird Tomatenmark bitter?

Tomatenmark kann bitter schmecken, wenn es bei zu hoher Temperatur oder zu lange angeröstet wird. Deshalb sollte es beim Anrösten ständig bewegt und rechtzeitig abgelöscht werden.

Kann zu viel Tomatenmark die Soljanka verderben?

Kann zu viel Tomatenmark die Soljanka verderben?

Eine zu große Menge kann die Balance deutlich verändern. Die Soljanka wird dann sehr tomatig, möglicherweise zu dick und je nach übrigen Zutaten auch zu säuerlich oder süßlich. Eine vorsichtige Erweiterung der übrigen Grundmenge kann helfen. Welche Zutaten beziehungsweise Flüssigkeit dafür sinnvoll sind, hängt vom Gesamtgeschmack ab.

Muss Tomatenmark immer angeröstet werden?

Nein. Es ist keine zwingende Voraussetzung. Geschmacklich lohnt sich dieser Arbeitsschritt jedoch, weil dadurch zusätzliche Aromen entstehen.

Warum ist meine Soljanka trotz Tomatenmark zu hell?

Die Farbe hängt nicht allein vom Tomatenmark ab. Menge und Konzentration des Tomatenmarks, Letscho, Brühe sowie das Verhältnis sämtlicher Zutaten beeinflussen das Ergebnis. Mehr Tomatenmark nur wegen einer kräftigeren roten Farbe hinzuzugeben, ist deshalb nicht unbedingt sinnvoll.

Kurzantwort: Warum gehört Tomatenmark in die Soljanka?

Tomatenmark sorgt in der Soljanka für konzentrierten Tomatengeschmack, eine kräftige Farbe und zusätzliche Geschmackstiefe. Besonders aromatisch wird es, wenn es nach den Zwiebeln kurz angeröstet und anschließend mit Brühe abgelöscht wird. Letscho kann zusätzlich verwendet werden, ersetzt Tomatenmark aber geschmacklich nicht vollständig.

Kurz zusammengefasst

  • Tomatenmark bringt konzentrierten Geschmack und Farbe.
  • Kurzes Anrösten sorgt für zusätzliche Röstaromen.
  • Es darf dabei nicht verbrennen.
  • Zweifach konzentriertes Tomatenmark eignet sich besonders unkompliziert.
  • Für einen Familientopf mit etwa vier bis sechs Portionen können ungefähr zwei Esslöffel ein möglicher Ausgangspunkt sein.
  • Letscho und Tomatenmark erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
  • Passierte Tomaten sind kein direkter Ersatz.
  • Ketchup verändert zusätzlich Süße, Säure und Würzung.
  • Zu viel Tomatenmark kann die Soljanka dominieren.
  • Bei der Dosierung zählt am Ende der Gesamtgeschmack.

Fazit: Tomatenmark ist mehr als nur rote Farbe

Tomatenmark gehört nicht deshalb in viele Soljanka-Rezepte, weil die Suppe unbedingt rot aussehen muss. Seine eigentliche Stärke liegt in der hohen Konzentration und in den Aromen, die beim richtigen Anrösten entstehen.

Zusammen mit angeschwitzten Zwiebeln bildet es eine kräftige Grundlage. Darauf können Brühe, Fleisch oder Wurst, Letscho, Gewürzgurken und die typischen Gewürze aufbauen. Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass die Soljanka nicht einfach wie eine saure Tomatensuppe schmeckt.

Wichtig ist allerdings die Dosierung. Viel hilft hier nicht automatisch viel. Wird Tomatenmark zu großzügig eingesetzt, kann es andere Zutaten überdecken. Wird es zu stark angeröstet, kann es bitter werden.

Die beste Methode ist deshalb erstaunlich einfach: Zwiebeln anschwitzen, Tomatenmark dazugeben, kurz unter Rühren anrösten und rechtzeitig ablöschen. Dieser kleine Arbeitsschritt kostet kaum zusätzliche Zeit – kann geschmacklich aber einen großen Unterschied machen.

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